Meine Erfahrungen

Erfahrungsbericht FSJ 2025/2026 SGA 1

FSJ an einer Sonderschule mit Sozialer Gruppenarbeit 6-12 Jahre

Im Rahmen meines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) war ich an einer Sonderschule sowie in der Sozialen Gruppenarbeit 1 tätig. Der Alltag war sehr abwechslungsreich und bestand aus der Mitarbeit im Unterricht am Vormittag sowie der Betreuung der Kinder am Nachmittag.

Tätigkeiten in der Schule

Ein großer Teil meiner Aufgaben bestand darin, die Lehrkräfte im Unterricht zu unterstützen. Dazu gehörte zum Beispiel das Vorbereiten von Unterrichtsmaterialien, etwa Arbeitsblätter ausschneiden, Materialien aus anderen Räumen holen oder Blätter zu kopieren. Während des Unterrichts habe ich häufig mit einzelnen Kindern oder kleinen Gruppen gearbeitet, ihnen Aufgaben erklärt oder sie an ihre Arbeit erinnert. Wenn Kinder sehr unruhig oder überfordert waren, bin ich mit ihnen kurz aus dem Klassenzimmer gegangen, damit sie sich beruhigen konnten.

Außerdem habe ich den Kindern beim Umziehen für den Sport- oder Schwimmunterricht geholfen. Besonders am Anfang war das ungewohnt, wurde aber schnell zu einem normalen Bestandteil des Alltags. In den Pausen war ich eine Ansprechperson für die Kinder, habe bei kleineren Konflikten vermittelt oder einfach mit ihnen geredet.

Weitere Aufgaben waren das Begleiten von Schülern zur benachbarten Musikschule sowie das Betreuen der Schülerbücherei. In welcher ich zusammen mit zwei Schüler*innen die Ausleihe und Rückgabe koordiniert, sowie anschließend aufgeräumt habe.

Tätigkeiten in der SGA (Sozialen Gruppenarbeit 1)

Nach dem Unterricht ging es für mich in die SGA. Eine Gruppe für 6- bis 12-Jährige mit auffälligem Verhalten oder sozialen Schwierigkeiten. 
Meistens beginnt der Tag hier damit, das Mittagessen vorzubereiten, also Tische decken, die Temperatur des Essens messen und gelegentlich auch kleine Speisen zubereiten.
Wenn die Kinder in der SGA ankamen, haben wir zunächst gemeinsam zu Mittag gegessen und anschließend zusammen mit zwei Kindern den Abwasch gemacht. Es folgte eine Freispielzeit, in der ich mit den Kindern gespielt oder sie bei kreativen Angeboten unterstützt habe. Ein wichtiger Bestandteil war außerdem die Hausaufgabenbetreuung: Ich habe den Kindern bei Aufgaben geholfen und mit ihnen Lesen oder Vokabeln geübt.

Je nach Tag habe ich auch eigene Gruppenangebote durchgeführt, zum Beispiel Bastelangebote, gemeinsames Kochen oder Aktivitäten im Freien. 
An sogenannten „Thementagen“ hatte ich die Möglichkeit, den Kindern, ein von ihnen gewünschtes Thema bzw. auch ein Thema, welches das Team für wichtig befand für die Kinder aufzuarbeiten und anschließend vorzutragen. Am Ende des Tages haben wir gemeinsam reflektiert, die Kinder verabschiedet und häufig noch eine kleine Zwischenmahlzeit gegessen. Anschließend gehörte auch das Aufräumen zu meinen Aufgaben.

Meine Erfahrungen und Eindrücke

Die Arbeit mit den Kindern war sehr intensiv. Besonders am Anfang war die Lautstärke für mich ungewohnt und teilweise anstrengend. Auch emotional war das FSJ nicht immer leicht, da man viel über die persönlichen Hintergründe und Schicksale einzelner Kinder erfährt. Damit umzugehen, musste ich erst lernen.

Gleichzeitig war die Arbeit sehr bereichernd. Man baut eine enge Beziehung zu den Kindern auf und merkt schnell, dass schon kleine Dinge – zuhören, vorlesen oder gemeinsam spielen – für sie sehr wichtig sind. Besonders schöne Momente waren gemeinsame Veranstaltungen wie das Weihnachtsfest, bei dem man gesehen hat, wie sehr sich die Kinder freuen.

Sehr positiv in Erinnerung geblieben ist mir auch die Zusammenarbeit im Team. Ich habe mich von Anfang an willkommen und wertgeschätzt gefühlt. Meine Aufgaben wurden mir erklärt und ich hatte immer das Gefühl, ernst genommen zu werden. Besonders schön war, dass meine eigenen Ideen – zum Beispiel für Gruppenangebote – gehört und auch umgesetzt wurden.

Wenn ich unsicher war oder Probleme hatte, konnte ich jederzeit auf die Betreuerinnen und Betreuer zugehen. Es wurde sich Zeit genommen, mir zuzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden. Das hat mir viel Sicherheit gegeben und dazu beigetragen, dass ich mich im Alltag immer wohler und selbstständiger gefühlt habe.

Fazit

Mein FSJ hat mir einen realistischen Einblick in soziale und pädagogische Berufe gegeben. Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen, geduldiger zu sein und besser mit unterschiedlichen Menschen umzugehen. Vor allem habe ich gelernt, dass man nicht perfekt sein muss, Wichtig ist, zuverlässig zu sein, Interesse zu zeigen und den Kindern respektvoll zu begegnen.

Ich würde ein FSJ an einer Sonderschule besonders Menschen empfehlen, die offen, geduldig und belastbar sind. Die Arbeit kann anstrengend sein, ist aber gleichzeitig sehr erfüllend und persönlich bereichernd.

Evelyn